Donnerstag, 30. September 2010

Mit dem Mietwagen durch Australien

Da ich hier oft ein Auto miete, vielleicht diesbezüglich ein paar Tipps von mir.

Entfernung

Unterschätzt nicht die Entfernungen. Rechnet vielleicht immer die doppelte Anzahl an Kilometern um die Belastung in etwa mit Deutschland gleichzusetzen, denn:
  • die Geschwindigkeitsbegrenzung beträgt auf den meisten Autobahnen nur 100 - 120km/h
  • die Sonne macht euch sehr müde, wenn ihr mehr als zwei Stunden im Auto sitzt
  • Nachts muss man nicht nur auf Wildwechsel aufpassen, auch das fehlende Umgebungslicht macht das fahren unangenehmer.
Preise

Wenn ihr Zeit haben solltet, holt euch Angebote von verschiedenen Mitfirmen (Budget, Hertz, Europcar, etc). Fragt bei den Preisen, welche Kosten ihr tragen müsst im Schadensfall (Excess). Normalerweise werden auch zusätzlich Schadensfallversicherungen (Excess Insurance) angeboten, die nicht billig, aber sinnvoll sind. Bei einem Schaden am Auto (reicht schon ein Kratzer und der Verursacher ist verschwunden) bezahlt ihr ohne Versicherung in die Tausende, mit Versicherung entweder gar nichts oder wenige hundert Dollar.

Ford Falcon vs. Hyundai Accent


Manche Reiseversicherungen tragen Mitwagenschäden. In diesem Fall kann man natürlich die teureren Versicherungen der Mietfirmen weglassen.

Inseln, Outback, Offroad

Alles was nicht mit befestigten Straßen zu erreichen ist, wird nicht gern von den Mietfirmen gesehen. Dazu gehören Inseln (sinkt die Fähre mit dem Auto drauf, wird's teuer), Outback (Steinschlag) und generell unbefestigtes Gelände von dem es hier nun mal noch mehr als genug gibt. Also - vorher die Route prüfen und ggf. mit der Mitfirma absprechen.

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Auto kaufen

Manche denken darüber nach ein Auto zu kaufen, vor allem wenn sie länger bleiben um dann eine größere Tour zu unternehmen. Ich persönlich habe noch nie ein Auto gekauft, aber immer mal die Ohren offen gehabt:
  • Interstate, also von einem Bundesland in das andere fahren ist kein Problem. Es wird aber eins, falls ihr das Auto in einem anderen Bundesland verkaufen wollt, als es angemeldet ist.
  • Viele Autos hier haben mehr Kilometer auf den Buckel und sind dennoch teurer als in Deutschland. Bei billigen Autos ist immer Vorsicht geboten - Ramsch wird Euch auch hier angedreht.
  • Autoclubs (zB. RACQ) bieten meist Durchsichten an um den qualitativen Stand des Autos feststellen zu lassen. Das sei auf jeden Fall angeraten, schließlich will keiner mitten in der Wüste eine Panne haben.

Dienstag, 6. April 2010

Deutschland Tourismus

Es geht um den Tourismus, der wie ich feststellen muss, doch immer noch sehr Westeuropa-lastig ist. Deutschland betreffend, verirren sich die meisten Touristen kaum in die ostdeutschen Landen (Berlin als Hauptstadt ist m.E. die Ausnahme).

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Eine kurze Google-Suche (hier, hier und hier) nach den Top-Zielen in Deutschland zeigt die Problematik. Jetzt geht's mir hier nicht darum welche Seite von Deutschland den Längeren hat. Ich glaube, dass dieses Ungleichgewicht zwei Gründe hat:
  1. Der westliche Teil Deutschlands konnte sich nach dem Krieg für 40 Jahre besser in der Welt positionieren als der östliche Teil.

  2. Im Ausland wird Deutschland immer als gesamtes Land mit einem Kulturkreis wahrgenommen. Das ist aber meines Erachtens nach falsch, da es viele verschiedene Kulturen gibt.

Im speziellen mal von meiner Heimatstadt Dessau zu sprechen: Da wird leider noch zu wenig für den Tourismus getan. Sicherlich - kein Geld da, Abwanderung, bla, bla. Aber hier wird leider auch das Einkommen durch den Tourismus unterschätzt. Schon allein in Dessau und Umgebung gibt's nen Sack voll von Sehenswürdigkeiten die internationales Ansehen erlangt haben (Bauhaus). Hinzu kommt die Sprachbarriere. An den meisten Stellen ist Englisch Fehlanzeige. Bücher über die Stadt und Umgebung in Dessau in English? "Ham wa nich".

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Zu guter letzt kommt dann noch die blendende Verkehrsanbindung zum tragen. Da fährt der Tourist lieber nach München in sechs Stunden im ICE, als mit nem Bummelzug in zwei bis drei Stunden nach Dessau zu fahren. Touristisch hat Deutschland vieles zu bieten. Vor allem nicht nur im westlichen Teil!

Montag, 29. März 2010

Samstag geht's zum Markt

Wir (meine Freundin und ich) sind jetzt immer Samstags Frühaufsteher um so früh wie möglich auf den Markt zu sein. Ich kann mich persönlich nicht erinnern, dass mich der Markt in Deutschland gegen 7 Uhr morgens aus den Bett geholt hätte. In Australien ist das etwas anders.

Shopping Spree

Grund eins ist, dass der Lebensmittelmarkt in Australien durch Coles und Woolworth dominiert wird. Das schlägt sich dann auch beim Preis nieder. Die meisten Lebensmittel wie Gemüse und Obst gibt's auf dem Markt entweder zum gleichen, oder aber zum günstigeren Preis.

Monstera deliciosa

Zudem kommt noch hinzu, dass Coles und Woolworth nicht gerade eine breite Palette haben. Nun wird mir jeder widersprechen, der schon mal in einem Supermarkt der Ketten war. Natürlich sind die Dinger groß, aber die Auswahl zwischen zwei, drei Kartoffelsorten ist ja nun nicht gerade der Hammer.

Dann ist die Qualität genauso wie man es von einem Supermarkt kennt. Die meisten Früchte werden unreif geerntet um Geschmack zu entwickeln. Die Palette an Früchten ist zum Großteil die gleiche wie in Deutschland und nehmen wir z.B. mal das Wurstangebot (ausgenommen die Theke), dann ist das meiste grausig zusammengefriemelt.

Jackfruit

Dann doch lieber auf zum Markt und früh aufstehen. Da gibt's exotische Früchte die auch schmecken, Delikatessen, die den Namen auch verdienen und frisch gebackenes Brot.

Freitag, 12. März 2010

Mal eben schnell Internet bestellen...

So dachten wir, indem wir uns für einen ADSL Anschluss entscheiden wollten. Da ich weiss, dass das erlangen von Internet-Anschlüssen kompliziert werden kann, haben wir versucht, so früh wie möglich herauszufinden ob ein Internet-Anschluss überhaupt möglich ist:
  • Den Vermieter bzw. Vermietungsgesellschaft (hier geht ja fast alles über Makler) vorher gefragt ob ein Internetanschluss möglich ist - check
  • Den Internet-Provider gefragt ob es möglich ist - check
  • Sind Telefondosen in der Wohnung - check
Also alles in allem überprüft was sich mit kleinem Aufwand überprüfen ließ.

Alles läuft planmäßig, ständig werden wir über den Fortschritt informiert: 11. März soll Breitband verfügbar sein. Nun war ich am 11. März den ganzen Tag zu Hause und hab auf den Techniker gewartet. Keiner kam. Danach habe ich erst herausgefunden, dass der Techniker den Anschluss nur bis zu einem Verteiler (nennt sich MDF) legt. Egal - der Techniker hat den Anschluss gelegt - Breitband ist bereit zur Nutzung.

23 is lame ;)

Und? Funktioniert nicht. Modem überprüft, ein- und ausgeschaltet, auf- und abgelaufen, Kabel rein-, raus- und umgesteckt: nichts. Glücklicherweise ist der technische Service des Internet-Providers kompetent genug um mich darauf hinzuweisen, dass das Problem am hausinternen Verteiler liegt. Es gibt für jede Wohnung eine Art Schalter, welcher umgelegt werden muss. Dann funktioniert's auch mit dem Internet.

Hört sich leicht an oder? Heute habe ich mit dem Makler gesprochen. Sieht alles ganz schwierig aus. Schließlich muss der Makler erst zum Hauseigentümer rennen und ihm den Vorschlag unterbreiten, dass an dem MDF was gemacht werden muss (nen Schalter umlegen - huuuuuh). Danach muss der Makler wieder mit mir sprechen. So einen Schalter umlegen muss ja qualifiziertes Personal machen; kostet wiederum Geld, was sich auf die Mieter (wir) abwälzen lassen muss.

Und jetzt soll mir nochmal jemand kommen, dass die Privatwirtschaft weniger Bürokratisch sei als die öffentliche Hand.

Dienstag, 9. Februar 2010

Zum Zähne ausbeissen

Nachdem ich nun fast drei Wochen in der Heimat verbracht habe, bin ich am 26. Januar 2010 wieder nach Brisbane zurückgeflogen. Leider war ich schon etwas angesäuert, da ich noch am Montag beim Zahnarzt war weil sich ein Zahn entzündet hatte. Das ist eine alte und lange Liebesgeschichte, die schon drei Operationen hinter sich hatte. Brisantes Thema, weil es sich um einen vorderen Schneidezahn handelt und im schlimmsten Fall der Zahn gezogen werden muss. Mit Zahnlücke da vorne - sieht nicht gut aus.

Angekommen hieß das natürlich erstmal einen Zahnarzt finden. Nun ist das in Australien nicht so wie in Deutschland, wo man einfach zum nächsten Zahnarzt marschiert und gleich dran kommt. Den nächst besten Zahnarzt, den mir mein Chef empfohlen hatte gab mir einen Termin in drei Wochen. Tja - wenn man die Schmerzen nicht aushalten kann gibt's ja immer noch die Lösung mit Krankenhaus und Zahn raus.
Glücklicherweise habe ich noch einen besseren Tipp bekommen. So habe ich von der Zahnärztin gleich eine Überweisung zu nem Spezialisten bekommen, der nochmal alles versuchen will das Teil im Mund zu lassen - puh!




Jetzt muss ich auch sagen, dass all diese Zahnarztbesuche nicht billig sind (Röntgen usw) und ich erstmal alles selber zahlen darf. Medicare zahlt keine privaten Zahnarztbesuche und bei Medibank (mein Privatversicherer) darf ich erstmal 12 Monate warten. Da bewegen sich die Kosten schonmal um die A$ 1200 (758 EUR). In Deutschland trägt der überwiegende Teil dieser Kosten die Kasse. Kleiner feiner Unterschied. Auch zeigen die Wartezeiten die man bei privaten Krankenversicherungen einhalten muss, bis man Behandlungenkosten ersetzt bekommt, wie sehr der Mensch im Mittelpunkt dieser Krankenversicherung steht; dieser steht weit außen.

Dann gibt's ja immer noch Argumente, den Patienten die Behandlungskosten vor Augen zu führen, was ich für Schwachsinn halte. Mag sein, dass ich zweimal überlege ob ich 10 € bezahle um mir einen Schnupfen diagnostizieren zu lassen. Wenn ich weiß das mein Eingriff A$ 900 kostet ist das schön, bringt mir aber bei der Entscheidungsfindung nichts. Ich lauf ja nun nicht los und such mir den günstigsten Arzt aus, wie bei nem iPod im Handel zum Beispiel. Wenn die Operation schief läuft, dann hab ich ein weiteres gesundheitliches Problem; ob ich da A$ 900 oder A$ 15000 bezahlt habe macht es auch nicht besser.

Im Gegenzug wird einem wieder als Privatversicherter bewußt wie bescheuert dieses System ist, wenn sich wieder alles nur um's Geld dreht: wenn ich gesund bin, brauch ich keine Krankenversicherung; bin ich krank hilft mir die Private auch nicht weiter.

(photos von eljot auf flickr)

Dienstag, 12. Januar 2010

Holiday on Ice

Ich benutzte meinen Rückflug den ich eigentlich für mein Work & Travel Visum gebucht hatte, als Gelegenheit, in Deutschland nochmal für ein paar Wochen unbezahlten Urlaub zu machen um meine Familie zu besuchen.

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Der Flug verlief problemlos, auch wenn es in Seoul etwas konfus verlief in Punkto Übernachtung in einem Hotel (Es war nicht ganz eindeutig ob man nochmal in Korea einreisen musste oder das Hotel im Flughafenbereich lag). Wie dem auch sei, ich konnte mich sehr gut ausruhen und selbst vorm Abflug noch das freie WLAN-Netz auf dem Incheon Flughafen genießen.

In gewisser Weise hatte ich mich auf das schlimmste (Winter-) Chaos in Deutschland eingestellt und ich wurde nicht enttäuscht. Nach dem ich den Zollbereich verlassen hatte, musste ich mich beeilen meinen Zug zu schaffen. Ich musste zwar nicht rennen, aber konnte auch keine Zeit verlieren. Zwei Herren bekamen sich auf einer Rolltreppe in den Haaren, weil der erste mit seinem Trolley stecken blieb. "Vitamin D Mangel", dachte ich mir.

Den ersten "Dämpfer" bekam ich bei der Suche nach dem Weg zum Fernbahnhof, der löste sich leider nach verlassen des Terminalgebäudes auf. Aus Erfahrung wusste ich jedoch dass ich im Terminal bleiben musste. Hat wohl jemand vergessen am Ausgang ein Schild zum nächsten Eingang aufzustellen.


Beim ersten Check ob mein Zug fährt musste ich feststellen, dass an der Anzeigetafel: "gestrichen" stand. "Na Prima!", dachte ich mir und hetzte gleich in's Reisezentrum - die Zeit wurde knapp. Scheinbar hatten auch andere Passagiere Probleme. Ein Mann hatte verbal seinen Frust entladen, was zur Folge hatte das der Bahn-Sicherheitsdienst eintraf. Verspätet leider.

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Ich fand heraus, dass der der Zug doch fuhr; vom Fernbahnhof aber. Das hieß: wieder zurück durch das ganze Terminal hetzen. Am Regionalbahnhof angekommen schaute ich in viele fragende Gesichter und der Zug kam nicht. Einen jungen Mann der bei der Lufthansa arbeitet, jeden Tag pendeln musste und sich auskennt, fand heraus das der Zug doch von Fernbahnhof fuhr. Als Krönig erzählte man einem anderen jungen Mann, dass man doch 5mal dies durchgesagt hatte. Dumm nur das im Regionalbahnhof (immernoch?) gebaut wurde und die Lautsprecher nicht angeschlossen sind.

Mittwoch, 4. November 2009

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Eigentlich einen Blogeintrag, den ich schon vor einem Monat veröffentlichen wollte, aber wie es immer so ist, keine Zeit gefunden habe. Die Prozedur für mein Business-Visum (Temporary Business (Long Stay)) war erst etwas kompliziert, entpuppte sich jedoch wie ein aufgewickeltes wollkneul, als ganz einfach.

Das Visum kann von einem Arbeitgeber gesponsort werden, der dann eine Art Bürgschaft für den Arbeitnehmer übernimmt. Das ganze läuft dann in drei Schritten ab:
  1. Der Arbeitgeber beantragt einen generellen Sponsor-Status

  2. Der Arbeitgeber nominiert eine Position die gesponsort werden soll

  3. Der Arbeitnehmer darauffolgend bewirbt sich auf die Position

Die Punkte 2 und 3 können parallel laufen und wurden bei mir von einem einzelnen Beamten bearbeitet. Der einzig komplizierte Punkt an der ganzen Geschichte ist die Begründung und den Nachweis des Arbeitgebers das er für die ausgeschriebene Position keinen Australier finden kann.

So wurde mein Visum im Dezember genehmigt und ich musste mich noch schnell auf eine private Krankenversicherung suchen. Die ist Vorraussetzung für das Visum. Da bin ich gespannt was in vier Jahren noch auf mich zu kommt ...

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Reiche Medien, Arme Demokratie

Dieses mal ein Blogpost der Australien nicht ganz, sondern mehr Deutschland und die ganze Welt betrifft.

Derzeit lese ich ein Buch was den englischen Titel: "Rich Media, Poor Democracy; Communication Politics in Dubious Times" trägt. Also soviel wie: "Reiche Medien, Arme Demokratie". Medien, Urheberrecht, Internet ist ja ansich ein Thema was immernoch in Deutschland und in der Welt heiss diskutiert wird.

Cover

Mcchesney führt in den ersten Kapiteln seines Buches aus, warum die heutigen Medienkonzerne so stark sind. Das sie durch ihren Lobbyismus versuchen nicht nur ihre Position zu halten, sondern weiterhin weltweit ausbauen. Fördernd kommt die Deregulierung der Märkte hinzu, so dass sich ein internationales Medien-Oligopol den Markt aufteilt. Durch Zukäufe und Expansion haben die Konzerne nicht nur ein horizontales, sondern auch ein vertikales Angebot. News Corp. hat z.B. nicht nur Anteile im Zeitungsmarkt (z.B. Australien 70%), sondern kontrolliert ebenso Fernsehkanäle, wie auch Dinge wie Sportmannschaften.

Der interessante Punkt liegt in der Geschichte der Medien, der Konzerne und des Marktes. Die Medienkonzerne wurden nämlich erst mit der Deregulierung des Marktes und ihrem zunehmenden Lobbyismus so mächtig. Mcchesney widerlegt die manchmal blindhaft geglaubte Theorie, dass sich der Markt selber reguliert. Alle Medien vom Radio bis hin zum Internet fanden erst eine unscheinbare Verbreitung in den Kreisen von Amateuren, wie gemeinnützigen Organisationen. Mit zunehmender Nutzung wurde jedoch den Konzernen klar, dass sich auch mit den Medien unfehlbar viel Kapital herausschlagen lässt und das mit dem einzigen Ziel der Gewinnmaximierung. Gerade letzter Punkt wirkt sich negativ auf das unabhängige Informationsangebot der Bürger aus.

Dabei bietet das Internet ein unglaubliches Potential für die Masse, aber auch einen Angriff auf das Oligopol der Medienkonzerne. Die - so scheint es mir - kontrollieren derzeit die Debatten um Urheberrechte in den Regierungen um ihre Stellung zu behalten. Denn nichts schlimmeres könnte in den Augen der Konzerne passieren, wenn die Bürger durch das Internet nicht mehr bereitwillig konsumieren, sondern dieses mal selber zum Akteur werden.

Sonntag, 20. September 2009

Kriegerisches Europa?

Die etwas andere Seite Australiens hat etwas mit der Geschichte zu tun. Man mag es kaum glauben, jedoch hat das Land immer noch ein Rassenproblem. Was Amerika mit seiner indigenen Bevölkerung hat, gibt es in Australien ebenfalls: die Unterdrückung der Ureinwohner Australiens.

Vielleicht nochmal kurz zur Historie: Bevor die Europäer den Kontinent im 17. Jahrhundert entdeckten, lebten Menschen seit ca. 60.000 Jahren auf dem Kontinent (lt. Wikipedia). Bemerkenswert dabei ist, dass die Aborigines eine scheinbar nachhaltige Lebensweise pflegten, die sicher auch durch ihre Religion bestimmt wurde.

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Bei Ankunft der Europäer, lebten die Aborigines noch in der Steinzeit. Mit einer Assimilationspolitik der Einwanderer sollten die Aborigines in die europ. Neuzeit katapultiert werden; das ohne Rücksicht auf Verluste. Heute gehören die Überlebenden der Kolonisierung durch die Europäer zum untersten Teil der Gesellschaft:
[...] ihre Arbeitslosenrate ist mit 20 % fast dreimal so hoch wie die der Durchschnittsbevölkerung, sie haben eine geringere Bildung, ihre Lebenserwartung liegt im Durchschnitt 10 Jahre unter jener der weißen Bevölkerung, die Kindersterblichkeit ist doppelt so hoch, sie machen bei einem Anteil von weniger als 4 % der Bevölkerung 20 % aller Gefängnisinsassen aus.
-- Wikipedia
Jene Assimilationspolitik wird weiterhin betrieben, jedoch muss man diese doch kritisch hinterfragen. Unsere Lebensweise ist grundsätzlich auf Konsum und Materialismus aufgebaut und weit entfernt von einer Nachhaltigen Lebensweise. Um es mal Deutsch zu sagen: Mit unserer Lebensweise zerstören wir unseren Lebensraum. Vielleicht wäre es besser, unsere Arroganz mit Neugier zu ersetzen. Vielleicht sollten wir nicht versuchen, die Aborigines unsere Lebensweise aufzudrücken; ja vielleicht wird andersherum ein Schuh draus: lernt von denen, die zu den ältesten Kulturen der Welt gehören. Wenn wir so weitermachen, schaffen wir es nichtmal in's nächste Jahrhundert.

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Das den Menschen der reichen Nationen zu verklickern ist wie einem abhaengigen Raucher vorzupredigen, dass er besser aufhoert mit rauchen, da es schaedlich fuer seine Gesundheit ist.

Montag, 31. August 2009

Angriff der Flötenvögel

Flötenvögel? Gemeint sind eigentlich die Vögel die in Australien den europäischen Elstern ähneln.


Diese Vögel habe ich meistens mit ihren unverkennbaren Ruf in Verbindung gebracht, seit gestern aber auch wegen ihrer Angriffslustigkeit. Wie ich herausgefunden habe, ist derzeit Brutzeit. Die Vögel fangen jetzt an ihre Nester zu bauen und sind dementsprechend angehalten diese auch zu verteidigen.

Swooping Magpie.


Solang man seinen Fokus auf den angreifenden Vögel hat, passiert nichts. Aber gerade wenn man auf den Verkehr achten muss wird das schahmlos ausgenutzt. Der Bundestaat Victoria hat eine unterhaltsahme (wenn auch in Englisch) Homepage, auf dem der Grund und das mögliche Vorgehen als Angegriffener beschrieben wird. Wichtig vor allem ist, dass man sich nicht einschüchtern lässt. Ist doch nur ein kleiner Vogel ;)

Donnerstag, 20. August 2009

Brisbane: Glitz und Gloria

Meine ersten Eindrücke von Brisbane sind durchwachsen. Einerseits Metropole und drittgrößte Stadt in Australien, multi-kulti. Das öffentliche Verkehrssystem ist excellent. Man kann zwischen Fähre, S-Bahn und Bus wechseln. Busse haben eigene Straßen. Das bewegt dann selbst jene Bürger zur Benutzung des Busses um nicht die Zeit im Stau zu vergeuden.

Das Wetter ist wunderbar mit seinen 23°C, wunderbar warm und nicht zu heiß. Es ist Winter wohlgemerkt und der Frühling wird die Temperaturen wieder in die Höhe treiben.

Die Schattenseiten jedoch haben etwas mit Großstadt zu tun. Man muss bei allen Dingen die einem angeboten werden zweimal hinschauen (z.B. $4 pro Internetstunde/60MB Download-Limit). Vor allem im Stadtzentrum wird einem das Geld an allen Ecken und Enden aus der Taschen gezogen. Das geht von Internet bis hin zum Hotel; alle Kleinigkeiten kosten Geld und schlechten Service lässt man sich gut bezahlen. Die Menschen sind zudem distanzierter als in Tasmanien. Zwar immer noch freundlich, jedoch etwas fremder.

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Im Gegensatz zu Melbourne findet man in Brisbane mehr Glitter und Glanz (wenn man das Geld hat). Melbourne ist europäischer, verspielter; erinnert mehr an der Kulturszene von Berlin.

Ich hoffe, den letzten Satz kann ich zumindest bald revidieren.

Montag, 17. August 2009

Auf Wiedersehen Tasmanien

Nach sechs Monaten Aufenthalt in Hobart (Tasmanien) bin ich wieder zurück in Melbourne. Die Insel ist an sich für ihre Fläche unwahrscheinlich dünn besiedelt. Bei 487.000 Einwohnern (davon hat Hobart knapp die Hälfte), findet man noch zum Großteil unberührte Gegenden.

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Die meisten Leute die ich kennen gelernt habe, waren sehr freundlich. Ich hab es genossen, surfen zu gehen und mir täglich bei den Tasmanian Coffee Roasters den leckeren Kaffee abzuholen. Niemand ist missgelaunt und immer offen für einen Schwatz. Das hab ich doch ab- und zu in Deutschland vermisst.

Ich bleibe nicht in Melbourne, sondern fliege am Dienstag an die Ostküste nach Brisbane. Dort hab ich wieder einen Arbeitsplatz gefunden. Dieses mal würde es meinen Wettervorstellungen dem Ideal näher kommen: mehr Sonne, wärmeres Wetter (25°C im Durchschnitt) und näher am Great Barrier Reef.


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Jetzt geht natürlich die Wohnungssuche wieder von vorn los. Mein gespartes werde ich erstmal für ein Apartment aufwenden und nicht mit meinem ganzen Gerödel (Kamera, Laptop, Surfing-Zeug, Klamotten) in eine Jugendherberge gehen. Mal schauen ob es wieder so schwierig ist eine Bleibe zu finden, wie es in Hobart war.

Samstag, 11. Juli 2009

Dessauer Bauhaus

Da Eddie am Wochenende immer den Weekend Australian kauft, bin ich doch heute zufälliger weise im Reiseteil über einen interessanten Beitrag gestolpert: das Dessauer Bauhaus - Heimat!

Beim lesen des Artikels bemerkt man erstmal einen vollkommen anderen Gesichtspunkt der Stadt. Man könnte doch glatt die hohe Abwanderungsquote vergessen, die hohe Arbeitslosigkeit, die Misswirtschaft und wie doch die verbleibenden Menschen versuchen, dass beste aus der Stadt zu machen.

Gerade dann sollte man sich doch wieder fragen, warum Journalisten sich die Mühe machen nicht z.B. nach München zu fliegen, sondern mit der Bimmelbahn nach Dessau kutschen um ein international bekanntes Bauwerk zu sehen. Dessau und Umgebung ist voll mit solchen Bauten. Sollte einem das nicht einmal zu denken geben, wenn man wieder von neuem versucht bei einer Arbeitslosenzahl von fast 16% (ist eh geschönt) einen neuen Konsumtempel einzuweihen?

Mittwoch, 17. Juni 2009

Kulturelle Verschiedenheiten

Das Interessante am Reisen ist ja, Menschen verschiedener Art und Kultur kennenzulernen. Nun sind Verschiedenheiten unter Kulturen nicht auf dem ersten Blick auszumachen. Sicherlich gibt es immer Ausnahmen und sicher gibt es auch Dinge die den Westeuropäer vom Asiaten unterscheiden.

Jedoch möchte ich kurz über etwas schreiben, was nicht man nicht auf den ersten Blick sehen kann. Es gibt ja das Klischee des tugendhaften Deutschen (immer pünktlich und genau), wie auch des Australiers, der es vorzieht Mittags surfen zu gehen, anstatt zu arbeiten. Ich kann auch schlecht von einzelnen Begebenheiten auf die Allgemeinheit schließen, sondern nur von meinen Beobachtungen berichten.

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Was ich jedoch in den letzten Monaten mitbekommen habe ist die Konfliktbewältigung der Australier. Das sieht etwas anders aus als in Deutschland. Ich denke, dass viele Deutsche sehr direkt das Problem auf den Punkt bringen würden, anstatt groß rumzufaseln. Zum Beispiel würden Deutsche einen sicher sehr direkt auf das falsche Schuhwerk im Büro hinweisen, oder das man bestimmte Benimmweisen abstellen sollte um nicht den Job zu verlieren.

Hier ist das aber etwas anders. Ich habe bis jetzt noch keinen Australier erlebt, der direkt war. Eher wird um die Sache drumherum lammentiert und sich seinen Teil gedacht. Man könnte in Clowns-Schuhen in die Firma kommen und keiner würde was sagen. Jedoch denkt sich jeder seinen Teil, wie dämlich man wohl aussieht.

Wenn die Luft wirklich explosiv ist, dann wird miteinander diskutiert. Es kann sogar passieren dass danach zusammen ein Bier getrunken wird. Bestes Beispiel ist Eddie - mein Arbeitskollege. Er war kurz davor zu kündigen, weil der Chef die falschen (oder gar keine) Entscheidungen gemacht hat. Ansich sah die ganze Sache sehr tragisch aus. Ich sah die Fetzen fliegen. Was passierte: es wurde ausdiskutiert und beide - Chef und Eddie - kamen aus dem Streitgespräch wohlgelaunt heraus. Das Problem wurde mit Zugeständissen gelöst. Beide sind zufrieden, jedoch bestehen bestimmte Ressentiments weiterhin. Darüber kann man sich dann wieder in einem Monat bei nem Streitgespräch treffen.

Verkehr

Schon lange kein Eintrag mehr im Blog verfasst, obwohl ich doch so viele Themen habe worüber ich schreiben könnte. Deshalb ein paar Infos zu den vielen PKWs die hier die Straßen unsicher (für die Fussgänger) machen.

Fangen wir beim Führerschein an. Den gibt's nämlich nicht wie in Deutschland ein Leben lang, sondern der hat hier ein Verfallsdatum. Die Laufzeit wiederum hängt von der Dicke des Portemonnaie des Fahrers ab: A$ 92 für 5 Jahre, etwas weniger für 2 Jahre. Danach darf man wieder verlängern und bezahlen. Wer jetzt gleich an den TŰV als äquivalente Abzocke in Deutschland denkt liegt richtig. Viele finden es auch hier eine Abzocke, obwohl beide Methoden (TŰV und Verfallsdatum des Führerscheins) sicher eine gute Idee verfolgen. Wer in Deutschland den Führerschein macht und 5 Jahre nicht fährt wird nicht gerade zu den erfahrensten Fahrer gehören obwohl er laut Gesetz fahren dürfte.

... on the road again

Weil ich gerade von TŰV geschrieben habe: die Kontrolle des Autos übernimmt hier die Polizei. Die prüfen natürlich nicht wie ein Mechaniker das komplette Auto durch, aber wer z.B. mit abgefahrenen Reifen erwischt wird darf genauso Strafe bezahlen.

Und weil ich gerade mal bei der Polizei bin, noch einen interessanten Punkt: Blitzer. Die gibt's natürlich hier auch, sowie Laserpistolen zur Geschwindigkeitsmessung. Letztere benutzt die Polizei besonders morgens in Bezirken wo langsam durch Schulen und Kinder gefahren werden muss. Das Neue ist jedoch, dass es auch Privatpersonen gibt die blitzen dürfen. Diese müssen einen Antrag stellen und bekommen dann die Ausrüstung gestellt. Natürlich wird nicht dort geblitzt wo es die meisten Unfälle gibt, sondern wo die meisten Fotos abgefasst werden, denn dafür gibt's ja Geld.

Interessant sind Fahrten in der Nacht. Man unterschätzt als Europäer wie anstrengend es sein kann, wo man doch in Europa immer viel Umgebungslicht durch die starke Besiedlungsdichte hat. Wenn man hier 200km abreißen muss, dann ist es ungemein anstrengend da stocken duster. Man ist auf sich selber angewiesen, da es außer der Wildnis nichts weiter gibt. Mobiltelefon im Fall kann man abschreiben, da es keine Netzabdeckung gibt. Wer sich jetzt fragt, wie man einen Notruf absetzen soll, sollte sich über Leuchtkörper oder andere Dinge Gedanken machen. Vielleicht helfen Rauchzeichen oder man hat Glück und ein Auto kommt vorbei.

Dienstag, 19. Mai 2009

Kälteunterschiede

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Da es hier langsam aber sicher auf den Winter zugeht, mal ein paar Temperaturspielchen. Das Thermometer fällt im Winter in Hobart nicht unter 0°C, aber dennoch friert jeder wie ein Schlosshund. Zum Vergleich: wir hatten im letzten Winter zeitweilig -20°C.

Die meisten Häuser sind aus Holz gebaut und haben wenig Isolation. Ich könnte wetten, das die meisten Häuser "glühen" wie heißer Stahl, würde man mit einer Infrarotkamera den Wärmeverlust messen. Zusätzlich kommt die Bebauungsdichte hinzu. Hier haben die meisten ein Eigenheim, wogegen in Deutschland die meisten von der Heizung des anderen profitieren. Hier ist Fernwärme und eingebaute Heizkörper eine Seltenheit. Wer heizen will, kauft sich im Baumarkt einen elektronischen Heizkörper. Das muss für den Winter ausreichen.

Auch wenn Hobart die derzeit trockenste Landeshauptstadt in Australien ist, kommt es doch öfter zum typischen Nieselregen. In höheren Lagen fällt dann Schnee und gibt dem Mt. Wellington seine weisse Kuppe. Gerade dann ist es unangenehm frostig. Da können aus 5°C gefühlt gleich mal 0 werden und man rennt mit mehreren Schichten Kleidung rum. Ja - auch in den meisten Büros gibt's nur eine Klimaanlage die dann alles beheizen muss - ein kleiner, kalter Unterschied.

Samstag, 16. Mai 2009

Zu faul zum laufen?

Erst kürzlich veröffentlichte Spiegel Online eine internationale Umwelstudie. Ein Punkt der Studie ist, dass Deutsche im Vergleich zu den Australiern um einiges mehr zu Fuss laufen und Rad fahren. Faule Schweine die Aussies?

Das Auto ist auf dem dünn besiedelten Kontinent das Fortbewegungsmittel schlechthin. Da es kaum oder nur schlechten öffentlichen Verkehr gibt, ist es kaum möglich um ein Auto herum zu kommen. In Hobart bspw. gibt es nur Busse, Melbourne ist die einzige Stadt die ein (veraltetes) Strassenbahnnetz hat. U-Bahn gibt es nicht, Züge sind entweder nur für den Güterverkehr (Hobart/Tasmanien) vorgesehen oder vollkommen unterfinanziert (Melbourne) und haben hohe Ausfallraten insbesondere in den Sommermonaten.
One day in Sandy Bay

Als Fussgänger muss man ungemein aufpassen, dass man nicht von einem abbiegenden Autofahrer überfahren wird. Zur Arbeit gehen mit Kopfhöhrer in den Ohren finde ich persönlich zu gefährlich, auch wenn viele anderer Meinung sind. Ich hab es schon öfter erlebt, dass Autofahrer einfach mit Schmackes in die nächste Straße einbiegen ohne zu schauen ob sich ein Fussgänger auf der "Vorfahrtsstraße" befindet.

Täglich kommen Radfahrer und Fussgänger im Verkehr ums Leben. Auch fahren sich häufig Autofahrer tot, meist durch schlechte und unangepasste Fahrweise. Davon liest man nichts in deutsche Nachrichten, aber wenn einem Marinetaucher die Hand von nem Hai abgefressen wird.

Meines Erachtens ist das wenige Bewegen der Australier Infrastruktur und der Größe des Kontinents geschuldet. Als Vergleich: Deutschland hat rund 80 Mio. Einwohner und Australien 20 Mio. Die Insel Tasmanien allein hat nur knappe 500.000 Einwohner, da hat Leipzig noch mehr.

Faule Menschen gibt's natürlich immer, jedoch bietet ein öffentlicher Nahverkehr gute Unterstützung das Auto stehen zu lassen.

Sonntag, 19. April 2009

Fräulein Palmers & Ihre fünf Töchter

Heute war ich wieder mit Eddie und seinem Schwiegersohn surfen. Schließlich musste das neu erstandene Surfbret von gestern ausgetestet werden. Habe mir dazu gleich noch eine Tasche gekauft in der ich nun alles transportieren kann.

Ansich haben wir immer den gleichen Tagesablauf: früh aufstehen, da meistens der Wind am frühen morgen ablandig ist, sprich gegen die Wellen drückt und sie somit länger stabil hält. Wir klappern dann mehrere Surfgegenden ab, aber landen meistens am unteren Ende von South Arm. Den besten Fleck gibt's meistens am rechten o. linken Ende des Strandes.

Surfing at cloudy bay
Nach nen ca. 5 Minuten Spaziergang am Strand entlang, wird sich umgezogen. Am besten bekommt man den Nassanzug über die Beine, wenn man Baumwollsocken trägt. Gut macht sich auch ein Wetshirt (T-Shirt aus Polyester). Das fügt nicht nur eine Schicht zur Wärmeisolation hinzu, es macht sich auch einfacher den Nassanzug an- und auszuziehen.

Hat man erstmal den Nassanzug an, muss noch eine Befestigungsleine am Board (die kommt beim Bodyboard um den Arm) und Befestigungsleinen an den kurzen Flossen befestigt werden. Dann werden die Socken angezogen (spezielle aus Neopren – halten die Füsse warm und schützen vor scheuernden Flossen). Flossen an und und los geht's.

Ich habe gemerkt, dass es als Anfänger viel mehr Spass macht sich in die gebrochenen Wellen zu stürzen und erstmal lenken zu üben. Nicht nur, dass die kleinen Wellen schon einen anständigen Schub haben mit dem man an den Strand gespühlt wird. Man landet nicht in der Welle, die einem durch die Strömungen wie eine Waschmaschine umherschleudert. Man kann besser lenken lernen in dem man das Körpergewicht nach rechts und links verlagert.

Die Strömungen schon von 1m (3-4ft) hohen Wellen sind nicht zu unterschätzen. Vor allem das man schwimmen und unter die hereinkommenden Wellen durchtauchen muss, vergessen viele. Ich hatte schon einmal meine Not aus dem Wasser zu kommen und möchte mich nicht als schlechten Schwimmer bezeichnen. Also Vorsicht mit zuviel Übermut.

Achso und wer nicht weiss, was der Titel mit dem Blogbeitrag zu tun hat, dem gebe ich hier zwei Hinweise:
  1. als männlicher Leser hebe man die rechte Hand und schaue sich diese genau an,
  2. gibt es verschiedene Surfwachse von Palmers.
Mann kombiniere jetzt die Bilder auf der Webseite mit Punkt 1. Wer auf den Witz kommt, darf sich 100 Gummipunkte sein eigen nennen, alle anderen müssen härter grübeln ;)

Dienstag, 14. April 2009

Holzfäller im Schafspelz... oder so

Wenn ich Australien mit Europa auf der touristischen Ebene vergleiche, dann hat wohl Europa wundervoll alte Bauten und Australien wundervoll alte Wälder. Da der Kontinent einst Teil des Superkontinents Gondwana war, findet man einzigartige Regenwälder die in Europa nur noch an einzelnen Stellen nicht dem Raubbau zum Opfer gefallen sind.

Bei soviel Wäldern – vor allem hier in Tasmanien – blüht natürlich der Holzhandel und damit aber die Zerstörung der Regenwälder. Partiell wird wiederaufgeforstet, partiell gibt es Monokulturen die "geerntet werden", partiell wird aber auch "alter" Regenwald abgeholzt. Schirmherr und Geld verdient damit die Firma "Forestry Tasmania".

Was macht man nun mit dem Holz aus dem Regenwald? Es wird nach Asien verkauft (Taiwan, China) und, jetzt kommt's: für die Papierproduktion zu Sägemehl verarbeitet. Dafür ist so ein Regenwald schon mal gut. Brisant auch, dass man "Forestry Tasmania" den Schutz der Wälder zugesprochen hat. Man stelle sich vor, man gibt dem Wolf die Obhut der Schafe.

Speziell gibt es im Nordwesten von Tasmanien noch Regenwälder die zu den letzten der gemäßigten Breiten gehören. Insbesondere der Tarkine Nationalpark (Englisch). "Forestry Tasmania" hatte in früherer Zeit Interesse bekundet den Wald abzuholzen, jetzt hat man erkannt, dass man evtl. mit Tourismus mehr Geld verdienen kann. Warum nicht beides haben: Es gibt Pläne Straßen und Parkplätze in den Park zu bauen, damit die Touristen sich nicht so lange bewegen müssen. Meines Erachtens gehen die Ideen nicht weit genug. Besser wäre es, alles abzuholzen und dann einen Erlebnispark zu erichten. Da hat man dann Spiel, Spaß, Spannung in einem und muss sich nicht soviel bewegen. Und die Holzlobby bekommt ihr Sägemehl ;)

Donnerstag, 5. März 2009

Erst Wellenreiten wollen und dann nicht runterkommen

Als ich heute morgen mit Eddie zur Arbeit fuhr, konnte man schon sehen wie die Flut in den Fluss drückte. Flut heißt Surfing-Zeit. Also, nach der Arbeit alles zusammengepackt und dieses mal nach Cremorne gefahren.

Um zum "Strand" zu kommen, mussten wir erstmal durch etwas Kiefernwald und eine vollgekackte Schafherde laufen. Der Strand war mehr Geröll als Sand, aber Wellen waren zu sehen. Ben - als langjähriger Surf-Profi - war schon im Wasser und wir kamen nach.

Es war gar nicht so leicht in's Wasser zu kommen, wenn man achten muss, wohin man tritt (vor allem ich ohne Brille). Wir wollten die Schwimmflossen erst im Wasser, anstatt am Strand anziehen. Überall lagen große Steine und dann kamen ab und zu etwas größere Wellen. Eddie meinte, dass die Wellen nicht wirklich stark wären und wurde danach gleich von einer umgeschmissen. Ich hatte was zu lachen. Also doch die Schwimmflossen am Strand anziehen.

Irgendwie kam ich ohne größere Blessuren ins Wasser und paddelte raus. Jetzt hieß es warten auf die Wellen. Voll ausgestattet versuchte ich die erst größere: daneben - Welle war schneller. Das passierte drei, viermal und Ben gab mir ein paar Tipps wie ich besser die Wellen fange:
  • Das Bodyboard in die Hüften stemmen und mit Armen und Beinen paddeln.
  • Wenn man dann auf der Welle ist, hält man das Bord mit einem Arm vorn und mit dem anderen seitlich fest (jeh nachdem in welche Richtung man will).
Dummerweise kamen nach der kleinen Einführung für ca. 20min keine Wellen. Da es schon dunkel wurde, entschieden wir uns zu fahren. Ich versuchte nochmal mein Glück mit der nächst grösseren Welle und fand mich auf einmal auf dem Kamm wieder. Wohooo!!! Ich raste auf der Welle den Strand entgegen. Wie war das abspringen nochmal? Äh, hat mir keiner erklärt: "Aaaaaaaaah ..." Irgendwie landete ich wieder im Wasser und war fast am Strand (ca. 10m überbrückt). Beim rauskrabbeln hab ich mir mit Eddie noch die Hacksen aufgerissen, weil natürlich jetzt wieder die großen Brecher kamen. Danke!

(photo von Lolo Le BeGood1)