Dienstag, 12. Januar 2010

Holiday on Ice

Ich benutzte meinen Rückflug den ich eigentlich für mein Work & Travel Visum gebucht hatte, als Gelegenheit, in Deutschland nochmal für ein paar Wochen unbezahlten Urlaub zu machen um meine Familie zu besuchen.

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Der Flug verlief problemlos, auch wenn es in Seoul etwas konfus verlief in Punkto Übernachtung in einem Hotel (Es war nicht ganz eindeutig ob man nochmal in Korea einreisen musste oder das Hotel im Flughafenbereich lag). Wie dem auch sei, ich konnte mich sehr gut ausruhen und selbst vorm Abflug noch das freie WLAN-Netz auf dem Incheon Flughafen genießen.

In gewisser Weise hatte ich mich auf das schlimmste (Winter-) Chaos in Deutschland eingestellt und ich wurde nicht enttäuscht. Nach dem ich den Zollbereich verlassen hatte, musste ich mich beeilen meinen Zug zu schaffen. Ich musste zwar nicht rennen, aber konnte auch keine Zeit verlieren. Zwei Herren bekamen sich auf einer Rolltreppe in den Haaren, weil der erste mit seinem Trolley stecken blieb. "Vitamin D Mangel", dachte ich mir.

Den ersten "Dämpfer" bekam ich bei der Suche nach dem Weg zum Fernbahnhof, der löste sich leider nach verlassen des Terminalgebäudes auf. Aus Erfahrung wusste ich jedoch dass ich im Terminal bleiben musste. Hat wohl jemand vergessen am Ausgang ein Schild zum nächsten Eingang aufzustellen.


Beim ersten Check ob mein Zug fährt musste ich feststellen, dass an der Anzeigetafel: "gestrichen" stand. "Na Prima!", dachte ich mir und hetzte gleich in's Reisezentrum - die Zeit wurde knapp. Scheinbar hatten auch andere Passagiere Probleme. Ein Mann hatte verbal seinen Frust entladen, was zur Folge hatte das der Bahn-Sicherheitsdienst eintraf. Verspätet leider.

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Ich fand heraus, dass der der Zug doch fuhr; vom Fernbahnhof aber. Das hieß: wieder zurück durch das ganze Terminal hetzen. Am Regionalbahnhof angekommen schaute ich in viele fragende Gesichter und der Zug kam nicht. Einen jungen Mann der bei der Lufthansa arbeitet, jeden Tag pendeln musste und sich auskennt, fand heraus das der Zug doch von Fernbahnhof fuhr. Als Krönig erzählte man einem anderen jungen Mann, dass man doch 5mal dies durchgesagt hatte. Dumm nur das im Regionalbahnhof (immernoch?) gebaut wurde und die Lautsprecher nicht angeschlossen sind.

Mittwoch, 4. November 2009

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Eigentlich einen Blogeintrag, den ich schon vor einem Monat veröffentlichen wollte, aber wie es immer so ist, keine Zeit gefunden habe. Die Prozedur für mein Business-Visum (Temporary Business (Long Stay)) war erst etwas kompliziert, entpuppte sich jedoch wie ein aufgewickeltes wollkneul, als ganz einfach.

Das Visum kann von einem Arbeitgeber gesponsort werden, der dann eine Art Bürgschaft für den Arbeitnehmer übernimmt. Das ganze läuft dann in drei Schritten ab:
  1. Der Arbeitgeber beantragt einen generellen Sponsor-Status

  2. Der Arbeitgeber nominiert eine Position die gesponsort werden soll

  3. Der Arbeitnehmer darauffolgend bewirbt sich auf die Position

Die Punkte 2 und 3 können parallel laufen und wurden bei mir von einem einzelnen Beamten bearbeitet. Der einzig komplizierte Punkt an der ganzen Geschichte ist die Begründung und den Nachweis des Arbeitgebers das er für die ausgeschriebene Position keinen Australier finden kann.

So wurde mein Visum im Dezember genehmigt und ich musste mich noch schnell auf eine private Krankenversicherung suchen. Die ist Vorraussetzung für das Visum. Da bin ich gespannt was in vier Jahren noch auf mich zu kommt ...

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Reiche Medien, Arme Demokratie

Dieses mal ein Blogpost der Australien nicht ganz, sondern mehr Deutschland und die ganze Welt betrifft.

Derzeit lese ich ein Buch was den englischen Titel: "Rich Media, Poor Democracy; Communication Politics in Dubious Times" trägt. Also soviel wie: "Reiche Medien, Arme Demokratie". Medien, Urheberrecht, Internet ist ja ansich ein Thema was immernoch in Deutschland und in der Welt heiss diskutiert wird.

Cover

Mcchesney führt in den ersten Kapiteln seines Buches aus, warum die heutigen Medienkonzerne so stark sind. Das sie durch ihren Lobbyismus versuchen nicht nur ihre Position zu halten, sondern weiterhin weltweit ausbauen. Fördernd kommt die Deregulierung der Märkte hinzu, so dass sich ein internationales Medien-Oligopol den Markt aufteilt. Durch Zukäufe und Expansion haben die Konzerne nicht nur ein horizontales, sondern auch ein vertikales Angebot. News Corp. hat z.B. nicht nur Anteile im Zeitungsmarkt (z.B. Australien 70%), sondern kontrolliert ebenso Fernsehkanäle, wie auch Dinge wie Sportmannschaften.

Der interessante Punkt liegt in der Geschichte der Medien, der Konzerne und des Marktes. Die Medienkonzerne wurden nämlich erst mit der Deregulierung des Marktes und ihrem zunehmenden Lobbyismus so mächtig. Mcchesney widerlegt die manchmal blindhaft geglaubte Theorie, dass sich der Markt selber reguliert. Alle Medien vom Radio bis hin zum Internet fanden erst eine unscheinbare Verbreitung in den Kreisen von Amateuren, wie gemeinnützigen Organisationen. Mit zunehmender Nutzung wurde jedoch den Konzernen klar, dass sich auch mit den Medien unfehlbar viel Kapital herausschlagen lässt und das mit dem einzigen Ziel der Gewinnmaximierung. Gerade letzter Punkt wirkt sich negativ auf das unabhängige Informationsangebot der Bürger aus.

Dabei bietet das Internet ein unglaubliches Potential für die Masse, aber auch einen Angriff auf das Oligopol der Medienkonzerne. Die - so scheint es mir - kontrollieren derzeit die Debatten um Urheberrechte in den Regierungen um ihre Stellung zu behalten. Denn nichts schlimmeres könnte in den Augen der Konzerne passieren, wenn die Bürger durch das Internet nicht mehr bereitwillig konsumieren, sondern dieses mal selber zum Akteur werden.

Sonntag, 20. September 2009

Kriegerisches Europa?

Die etwas andere Seite Australiens hat etwas mit der Geschichte zu tun. Man mag es kaum glauben, jedoch hat das Land immer noch ein Rassenproblem. Was Amerika mit seiner indigenen Bevölkerung hat, gibt es in Australien ebenfalls: die Unterdrückung der Ureinwohner Australiens.

Vielleicht nochmal kurz zur Historie: Bevor die Europäer den Kontinent im 17. Jahrhundert entdeckten, lebten Menschen seit ca. 60.000 Jahren auf dem Kontinent (lt. Wikipedia). Bemerkenswert dabei ist, dass die Aborigines eine scheinbar nachhaltige Lebensweise pflegten, die sicher auch durch ihre Religion bestimmt wurde.

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Bei Ankunft der Europäer, lebten die Aborigines noch in der Steinzeit. Mit einer Assimilationspolitik der Einwanderer sollten die Aborigines in die europ. Neuzeit katapultiert werden; das ohne Rücksicht auf Verluste. Heute gehören die Überlebenden der Kolonisierung durch die Europäer zum untersten Teil der Gesellschaft:
[...] ihre Arbeitslosenrate ist mit 20 % fast dreimal so hoch wie die der Durchschnittsbevölkerung, sie haben eine geringere Bildung, ihre Lebenserwartung liegt im Durchschnitt 10 Jahre unter jener der weißen Bevölkerung, die Kindersterblichkeit ist doppelt so hoch, sie machen bei einem Anteil von weniger als 4 % der Bevölkerung 20 % aller Gefängnisinsassen aus.
-- Wikipedia
Jene Assimilationspolitik wird weiterhin betrieben, jedoch muss man diese doch kritisch hinterfragen. Unsere Lebensweise ist grundsätzlich auf Konsum und Materialismus aufgebaut und weit entfernt von einer Nachhaltigen Lebensweise. Um es mal Deutsch zu sagen: Mit unserer Lebensweise zerstören wir unseren Lebensraum. Vielleicht wäre es besser, unsere Arroganz mit Neugier zu ersetzen. Vielleicht sollten wir nicht versuchen, die Aborigines unsere Lebensweise aufzudrücken; ja vielleicht wird andersherum ein Schuh draus: lernt von denen, die zu den ältesten Kulturen der Welt gehören. Wenn wir so weitermachen, schaffen wir es nichtmal in's nächste Jahrhundert.

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Das den Menschen der reichen Nationen zu verklickern ist wie einem abhaengigen Raucher vorzupredigen, dass er besser aufhoert mit rauchen, da es schaedlich fuer seine Gesundheit ist.

Montag, 31. August 2009

Angriff der Flötenvögel

Flötenvögel? Gemeint sind eigentlich die Vögel die in Australien den europäischen Elstern ähneln.


Diese Vögel habe ich meistens mit ihren unverkennbaren Ruf in Verbindung gebracht, seit gestern aber auch wegen ihrer Angriffslustigkeit. Wie ich herausgefunden habe, ist derzeit Brutzeit. Die Vögel fangen jetzt an ihre Nester zu bauen und sind dementsprechend angehalten diese auch zu verteidigen.

Swooping Magpie.


Solang man seinen Fokus auf den angreifenden Vögel hat, passiert nichts. Aber gerade wenn man auf den Verkehr achten muss wird das schahmlos ausgenutzt. Der Bundestaat Victoria hat eine unterhaltsahme (wenn auch in Englisch) Homepage, auf dem der Grund und das mögliche Vorgehen als Angegriffener beschrieben wird. Wichtig vor allem ist, dass man sich nicht einschüchtern lässt. Ist doch nur ein kleiner Vogel ;)

Donnerstag, 20. August 2009

Brisbane: Glitz und Gloria

Meine ersten Eindrücke von Brisbane sind durchwachsen. Einerseits Metropole und drittgrößte Stadt in Australien, multi-kulti. Das öffentliche Verkehrssystem ist excellent. Man kann zwischen Fähre, S-Bahn und Bus wechseln. Busse haben eigene Straßen. Das bewegt dann selbst jene Bürger zur Benutzung des Busses um nicht die Zeit im Stau zu vergeuden.

Das Wetter ist wunderbar mit seinen 23°C, wunderbar warm und nicht zu heiß. Es ist Winter wohlgemerkt und der Frühling wird die Temperaturen wieder in die Höhe treiben.

Die Schattenseiten jedoch haben etwas mit Großstadt zu tun. Man muss bei allen Dingen die einem angeboten werden zweimal hinschauen (z.B. $4 pro Internetstunde/60MB Download-Limit). Vor allem im Stadtzentrum wird einem das Geld an allen Ecken und Enden aus der Taschen gezogen. Das geht von Internet bis hin zum Hotel; alle Kleinigkeiten kosten Geld und schlechten Service lässt man sich gut bezahlen. Die Menschen sind zudem distanzierter als in Tasmanien. Zwar immer noch freundlich, jedoch etwas fremder.

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Im Gegensatz zu Melbourne findet man in Brisbane mehr Glitter und Glanz (wenn man das Geld hat). Melbourne ist europäischer, verspielter; erinnert mehr an der Kulturszene von Berlin.

Ich hoffe, den letzten Satz kann ich zumindest bald revidieren.

Montag, 17. August 2009

Auf Wiedersehen Tasmanien

Nach sechs Monaten Aufenthalt in Hobart (Tasmanien) bin ich wieder zurück in Melbourne. Die Insel ist an sich für ihre Fläche unwahrscheinlich dünn besiedelt. Bei 487.000 Einwohnern (davon hat Hobart knapp die Hälfte), findet man noch zum Großteil unberührte Gegenden.

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Die meisten Leute die ich kennen gelernt habe, waren sehr freundlich. Ich hab es genossen, surfen zu gehen und mir täglich bei den Tasmanian Coffee Roasters den leckeren Kaffee abzuholen. Niemand ist missgelaunt und immer offen für einen Schwatz. Das hab ich doch ab- und zu in Deutschland vermisst.

Ich bleibe nicht in Melbourne, sondern fliege am Dienstag an die Ostküste nach Brisbane. Dort hab ich wieder einen Arbeitsplatz gefunden. Dieses mal würde es meinen Wettervorstellungen dem Ideal näher kommen: mehr Sonne, wärmeres Wetter (25°C im Durchschnitt) und näher am Great Barrier Reef.


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Jetzt geht natürlich die Wohnungssuche wieder von vorn los. Mein gespartes werde ich erstmal für ein Apartment aufwenden und nicht mit meinem ganzen Gerödel (Kamera, Laptop, Surfing-Zeug, Klamotten) in eine Jugendherberge gehen. Mal schauen ob es wieder so schwierig ist eine Bleibe zu finden, wie es in Hobart war.